Hierzulande hört man ja immer wieder den Satz: “Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein!” Einige – zumeist leider hochrangige – Politiker scheinen das Netz erst mal pauschal als einen Ort voller krimineller Energie zu begreifen. Betonen aber dennoch immer wieder wie viel Potenzial (egal in welcher Hinsicht) in ihm steckt und die Freiheit des Netzes ihnen eine Herzensangelegenheit ist. Die Praxis sieht zumeist leider anders aus, wie jetzt auch Twitter in seinem “Transparency Report” beweist.
Über den gefühlt von jeher schwellenden Streit zwischen der Video-Plattform YouTube und der Rechte-Verwertungsgesellschaft GEMA brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. Wer sich bspw. ein Video auf YouTube ansehen möchte, welches urheberrechtlich geschützte Musik enthält, kann hierzulande meist ganz einfach das ganze Video nicht sehen. Doch es gibt Mittel und Wege diesem Umstand entgegen zu wirken. Fast wie früher.
Die GEMA/Sony-Zensur auf YouTube umgehen ist das neue Westfernsehengucken.
— Grübelmonster (@mainwasser) Mai 7, 2012
Man könnte auch sagen: “Microsoft überwacht die Nutzeraktivitäten seiner hauseigenen Messengers”. Im Grunde spielen Messenger wie MSN oder ICQ zwar kaum noch eine ernstzunehmende Rolle im Netz, da sich die Kommunikation mit Freunden, Bekannten etc. ohne hin größtenteils in sozialen Netzwerken wie Facebook, oder Google+ abspielt. Interessant ist die Tatsache dennoch! So mal sie nicht nur – möchte fast sagen Microsofttypisch – halbherzig wirkt, sondern auch die Debatte um Überwachung im Netz befeuert.
Vor wenigen Tagen erwähnte ich es, anlässlich des “Tweet des Tages”, bereits beiläufig. Auf Facebook formierte sich die Tage eine Protestbewegung, die aufgrund der eigentlich schon seit Monaten massiv überteuert wirkenden Spritpreise in Deutschland dazu aufruft, am 1. März nicht zu tanken, was nach der Wunschvorstellung der Initiatoren den Ölkonzernen einen kleinen Seitenhieb verpassen soll.
Nun geht es auch in Deutschland so langsam an Eingemachte. Gestern empfahl ich an dieser Stelle noch ein Video, welches zeigt, worum es beim Anti-Counterfeiting Trade AgreementW (kurz ACTA) eigentlich geht. Während man in einigen Ländern nämlich bereits mit Aktionen ausserhalb des Internets versuchte dagegen zu protestieren und/oder auf die Berfürchtungen, die sich im Zusammenhang mit dem besagten Abkommen ergeben, aufmerksam zu machen, blieb es in Deutschland bislang noch still. Aber nicht mehr lange…
Am Freitag vergangener Woche kündigte Twitter an, künftig Nachrichten (Tweets), auf Verlangen einer Regierung, sperren/löschen zu wollen. Sie wären dann grundsätzlich zwar nach wie vor sichtbar, aber eben nicht mehr in dem entsprechenden Land. Eine Sache die nach Ansicht vieler dennoch der “Freiheit des Internets” widerspricht, die Meinungsfreiheit einschränkt und einige Nutzer bereits einen Tag später zu einem Boykott des Dienstes animierte.
Erst vor wenigen Tagen wies ich an dieser Stelle auf das Thema oder viel mehr Gesetz, welches ähnlich wie der zuvor heftig diskutierte und kritisierte Stop Online Piracy Act (kurz: SOPAW) in den USA, nun auch das Wesen des Internets in Europa gefährdet hin. Nun mögen manch einem sicher die Ohren klingeln, bei all den schönen Abkürzungen. Drum ist es meines Erachtens umso wichtiger darüber aufzuklären.

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