Vor knapp zwei Wochen nahmen US-Behörden den Filehoster Megaupload über Nacht vom Netz und befeuerten damit das schon zu dieser Zeit lodernde Feuer um Urheberrecht, Leistungschutz und der gleichen im Internet noch einmal zusätzlich. Abgesehen von den unzähligen Berichten um die Verhaftung des Plattformgründers Kim SchmitzW, sorgten zuletzt wohl Meldungen über eine bereits ab kommenden Donnerstag fällige Löschung der auf Megaupload gespeicherten Daten für besorgte Minen bei den Nutzern.
Heute früh berichtete Netzgezwitscher noch davon, dass der populäre Filehoster Megaupload quasi über Nacht von US-Behörden ganz einfach abgeschaltet wurde. Die Hacktivistengruppe Anonymous startete darauf hin einen Rachefeldzug, der sich gewaschen hat. Noch immer beherrscht das Thema die Medien, denn ob US-Justizministerium, FBI, oder diverse Lobbyverbände aus Film und Musik, die jeweiligen Internetaufritte waren für Stunden nicht mehr erreichbar. Doch war dieses Vorgehen wirklich so ratsam?
Es weht gerade ein Sturm durchs Netz. Windstärke um die acht. Grund dafür ist jedoch nicht Hoch “Heidi” oder Tief “Thomas”, sondern die bereits in den gestrigen, späten Abendstunden bekannt gewordene Schließung des Filehosters Megaupload.
Kein Scherz! Erst kürzlich machte ich an dieser Stelle noch auf den Kampf gegen ein geplantes und verschärftes Urheberrechtsgesetz in den USA aufmerksam und nur wenige Tage später, hat es der Gründer der in Schweden beheimateten “Kirche der Kopimisten” nun nach jahrelangem Kampf scheinbar geschafft, das so genannte FilesharingW als religiöse Glaubensrichtung offiziell anerkennen zu lassen.
Die Website Kino.to dürfte Fans (nach eigenen Angaben rund vier Millionen Nutzer täglich) aktueller Kinofilme und/oder diverser Fernsehserien ein Begriff sein. Immerhin handelt es sich um das wohl größte deutschsprachige Portal, auf dem Nutzer selbiges vorfinden. Das Problem: der Filmindustrie ist die Seite – verständlicherwiese – ein Dorn im Auge, sie fürchtet um ihre Einnahmen und beklagt die gängige Praxis, dass diverse Filme – illegal – kopiert und im Internet (bspw. auf Kino.to), für jedermann, kostenlos zugänglich gemacht werden.
Über die am Wochenende berichtete Manipulation der Suchergebnisse darf nach wie vor spekuliert werden. Neu ist nun allerdings, das Google die Namen von Tauschbörsen, One-Click-HosterWn u.ä. aus den, bei der Suche, automatisch vorgeschlagenen Ergebnissen entfernt hat. Zum wohle der Urheberrechts versteht sich.
Wie schon im Artikel zur Abschaltung des FilesharingW-Client LimeWire, vor zwei Tagen erwähnt gibt es – zumindest für die Musikindustrie – nichts schlimmeres als Menschen, die Musikdateien trotz Kopierschutz lieber illegal kopieren und danach untereinander im Netz tauschen, statt sie zu kaufen. Der Plattenindustrie entgehen so etliche Millionen. Nicht nur in Deutschland, sondern eigentlich überall auf der Welt. Die Französische Regierung geht nun mit bis Dato völlig neue Wege und versucht junge Leute, durch eine zum Teil staatlich geförderte “Musikkarte” zu legalen Downloads diverser Musik zu bewegen.

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