In den letzten Tagen sorgte der beliebte Zwitscherdienst faktisch täglich für mehr oder weniger interessanten Gesprächsstoff. Zensurvorwürfe auf der einen Seite, neue Funktionen auf der anderen. Twitter mausert sich immer mehr zum Barometer für “alles und jeden”.

Rund eine halbe Milliarde Menschen weltweit würden den Microblogging-Dienst inzwischen nutzen, wie das auf soziale Netzwerke spezialisierte Marktforschungsinstitut Semiocast kürzlich mitteilte. Deutschland befinde sich dahingehend zwar eher am unteren Ende der Tabelle, doch bspw. in den USA – Twitters Heimat – scheint die Begeisterung kaum Grenzen zu kennen. Die Amis twittern als wenn es kein Morgen gäbe. Icon Wink in Twitter als Polit- und Stimmungsbarometer der Welt

Twitter selbst ist natürlich schwer dahinter diesen “Boom” auch auf andere Länder auszuweiten und letztlich etwas Geld dabei heraus zu schlagen. Für die derzeit in London ausgetragenen olympischen Spiele z.B. ging man eine exklusive Partnerschaft mit dem US-Nachrichtensender NBC ein, die zu Beginn der Woche allerdings mehr zum Fiasko zu verkommen schien.

Nachdem sich ein Journalist nämlich kritisch zu dieser Zusammenarbeit bzw. der Umsetzung äußerte, sperrte Twitter kurzerhand dessen Account und sah sich anschließend massiven Zensurvorwürfen ausgesetzt. Kurze Zeit später erkannte das Unternehmen seinen Fehler, entschuldigte sich und gab das Konto wieder frei. Der üble Beigeschmack jedoch blieb.

Nebenbei stellte Twitter aber auch die ein oder andere Neuerung vor. Nehmen wir da z.B. den so genannten Cashtag – angelehnt an den bereits seit jeher bekannten Hashtag (Verschlagwortung) auf der Plattform – der den Nutzer bei der Voranstellung an Aktiensymbole wie AAPL (Apple) oder GOOG (Google) die entsprechende Börsenwerte präsentieren soll. Scheint bei mir nicht zu funktionieren, sieht aus wie immer, oder ich mache etwas falsch…

Ein Stückchen interessanter finde ich allerdings auch den sogenannten Politikindex, von dem die New York Times heute in ihrem Blog berichtete. Dieser bezieht sich auf die zum Ende des Jahres anstehende Präsidentschaftswahl in den USA und zeigt quasi die Beliebtheit der beiden Kontrahenten Barack Obama und Mitt Romney, gemessen an den Tweets zu bzw. über die beiden an.

Dabei wird das Ganze täglich aktualisiert und anhand einer Art Aktienkurs der bisherige Verlauf dokumentiert. So was wäre doch auch für die kommende Bundestagswahl interessant. Obwohl in Deutschland die Sache ohne hin schon fast festzustehen scheint (wie immer). Icon Sad in Twitter als Polit- und Stimmungsbarometer der Welt

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