Jemand überrascht? Eigentlich ist nur das eingetreten, was viele in Folge des kürzlich, gefühlt hundertsten Anlaufs diverse Richtlinien ändern zu wollen, prophezeit haben. Große Worte will ich darüber jetzt eigentlich auch gar nicht verlieren. Für die Ewigkeit festhalten muss ich es aber trotzdem.
Gut eine Woche hatten Mitglieder des sozialen Netzwerks nun Gelegenheit, gegen angekündigte Änderungen bspw. in Bezug auf den Umgang mit persönlichen Daten bzw. die längere Speicherung und dementsprechend auch Verarbeitung selbiger zu votieren. Schlappe 270 Millionen der weltweit über 900 Millionen Mitglieder hätten sich beteiligen müssen, um Facebook zur nochmaligen Überarbeitung zu bewegen.
Am Ende waren es jedoch lediglich 342.632 Mitglieder. Kaum der Rede wert sozusagen. Wobei sich zwar die überwiegende Mehrheit (297.883 zu 44.749 Stimmen) gegen die neuen Regeln aussprach, aber was nützt es? Das Voting war, trotz zahlreicher Hinweise im Netz, wie immer gut versteckt, die Erklärung in ellenlange, verschachtelte Sätze gepackt und die Nutzer schlichtweg genervt von den immer wieder neuen Anläufen der Facebook-Verantwortlichen. Kurz gesagt: Die “Mürbetaktik ist voll aufgegangen.”
Nun ist der Weg frei, bspw. für eine längere Speicherung der bei der Facebook-Nutzung anfallenden Daten. Ende September 2011 habe ich euch an dieser Stelle mal auf den inzwischen, im Netz recht bekannten Fall “Max Schrems” aufmerksam gemacht. Dieser beantragte bei Facebook seinerzeit die Herausgabe sämtlicher über ihn bzw. durch seine Nutzung gespeicherter Daten (Fotos, Statusmeldungen, E-Mails, Bilder, Freundschaftsanfragen usw.) und bekam am Ende nicht nur einen (zunächst unvollständigen) Berg an Daten zugeschickt, sondern auch solche, von denen er annahm, sie seien längst gelöscht worden.
In wie weit nun eine von vornherein, quasi vertraglich geregelte, längere Speicherung derartiger Daten alleine schon “ein Skandal” ist, kann ja jeder für sich entscheiden. Die Schufa, von der es im laufe der Woche hieß, sie wolle künftig auch auf Grundlage derartiger Daten ihre Entscheidung über die Kreditwürdigkeit einzelner Menschen treffen, hätte sich jedenfalls gefreut glaube ich.
Dieses Vorhaben hat sich seit gestern Nachmittag, aufgrund “mancher Missverständnisse in der Öffentlichkeit über den vereinbarten Forschungsansatz und darauf aufbauender Reaktionen” jedoch schon wieder erledigt, wie es in einer offiziellen Mitteilung des an der Sache beteiligen Hasso-Plantner Instituts heißt.

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