Ich weiß, das ist mal ein völlig anderes Thema, als ich normalerweise an dieser Stelle anspreche, doch irgendwie lässt es mir keine Ruhe. Nicht nur das die FDP bei mir und diversen Umfragen zufolge, auch bei vielen Bundesbürgern, spätestens seit den römisch-dekadenten Aussagen des einstigen FDP-Chefs Guido Westerwelle, über Hartz IV-Empfänger, so einiges an Zustimmung eingebüßt hat, auch scheint die Partei, beim Kampf zurück zu “alter Stärke” sogar über Leichen zu gehen. Getreu dem Motto: “Wir wollen allen nur Gutes und uns das Beste”.
Herr Westerwelle scheint inzwischen ja die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. Als Außenminister macht er lediglich noch mit diversen Beileidsbekundungen nach schweren Naturkatastrophen und Terroranschlägen oder mit dem für Deutschland doch so selbstverständlichen Versprechen, beim Wiederaufbau eines Landes, militärischen Manövern o.ä. mitzuwirken von sich reden. Achja und zwischendrin stimmt er natürlich auch gerne in das vom Innenminister Hans-Peter Friedrich nur zu gerne angestimmte Lied mit ein: Vor allem das Internet bedürfe eine stärkeren Überwachung zum Schutz vor Terror und der gleichen.
Nungut, abgesehen davon, dass derartige Forderungen gerne als Begründung für eine massive Überwachung in Deutschland und nicht nur im Netz heran gezogen werden, rennt Herr Westerwelle damit eben bereits weit geöffnete Türen ein. Aktuellen Umfrage zufolge tingelt die FDP deutschlandweit schon seit Monaten im niedrigen, einstelligen Prozentbereich und kann sich freuen, sich nicht schon längst in Luft aufgelöst zu haben.
Mit Spannung erwartet man, in diesem Zusammenhang, die anstehende Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, am morgigen und in NRW am kommenden Sonntag(13.Mai). Dabei möchten “die Liberalen” natürlich nichts dem Zufall überlassen und bedienen sich dafür auch schon mal ganz gerne beim Steuerzahler, um per Werbebrief auf ihr neues, großes Thema “Schuldenabbau in Deutschland” hinzuweisen. Ist ja schließlich auch NUR zum Wohle des Volkes.
Das besondere an dieser Werbung ist der zeitliche Zusammenhang mit den Wahlkämpfen in NRW und Schleswig Holstein – und dass die Post gerade am Niederrhein zuerst aufgetaucht ist, und nicht in strukturschwachen Ruhrgebiets-Städten.
Den hervorgehobenen Teil sollten potenzielle FDP-Wähler vielleicht im Hinterkopf behalten, wenn sie sich fragen, wie denn das gelingen soll. Den finanziell “besser gestellten” wird wohl mit Sicherheit kein Haar gekrümmt. Vielleicht aber Sozialleistungen gekürzt oder gar gestrichen? Nur so ein Gedanke.
Nun könnte man sich ja über die steuerliche Finanzierung des Wahlkampfbriefes empören oder ganz einfach mit den Schultern zucken und meinen: “Wer weiß, was die anderen für Dinger gucken lassen”. Die FDP hat scheinbar jedoch Gefallen daran gefunden und entdeckt wie praktisch es ist, wenn man “keinen Pfennig dazu bezahlt”. Einen 60 sekündigen Werbespot der Partei bekommen Kinobesucher nun angeblich bereits seit dem 26. April, in ausgewählten Kinos in NRW, zu Gesicht. Natürlich mit freundlicher, weil unwissentlicher Unterstützung des Steuerzahlers.
Die Verantwortlichen sind sich dabei keiner Schuld bewusst. Das ist selbstverständlich alles rechtens. :-/ Ich persönlich hoffe jedenfalls, das die Wähler in NRW von dieser Sache Wind bekommen (haben) und die Wahl entsprechend ausfällt. Wenn ihr mich fragt, ist selbst das Prozentzeichen hinter einer dicken, fetten Null noch zuviel für diese… äh… Partei. Wann war eigentlich noch der von Herrn Rösler, bei seinem Amtsantritt, genannte Liefertermin?

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