Kennt noch jemand Wikileaks? Abgesehen von den den Querelen – dem letztlich verlorenen Kampf um die Auslieferung nach Schweden – seines Gründers Julian Assange, war von der einst hoch gelobten Enthüllungsplattform dieses Jahr nichts zu sehen. Dabei hätte es bestimmt genug Stoff gegeben, der förmlich danach schreit veröffentlicht zu werden. Doch wie es aussieht, plant Wikileaks demnächst ein Comeback. Es wird besser, es wird sicherer es wird…
Keine Ahnung was es wird. Ich hätte bald gesagt “eine Luftnummer”, denn im Laufe des Jahres versuchten sich bereits Alternativen daran dem zweifelsohne vorhandenen Verlangen nach einer unabhängigen Enthüllungsplattform gerecht zu werden. Bis heute jedoch erfolglos.
Wie Netzwelt.de nun berichtet, plane man allerdings eine Fortführung der Plattform. Viel mehr hätten “Verantwortliche” für den 1. Dezember eine Pressekonferenz in London angekündigt, die sich mit dem zu Grunde liegenden Konzept beschäftige. Das ganze solle auch ohne Assange, “in den nächsten Monaten” durchgesogen und in erster Linie wesentlich sicherer für alle Beteiligten werden. Gerade was das einspielen, verwalten und letztliche Veröffentlichen geheimer Daten angeht, ein nicht ganz unwichtiger Punkt.
Auf der anderen Seite: was soll man auch groß anderes sagen? “Wir machen weiter wie bisher”? Fraglich bleibt allerdings woher man das Geld für einen Neustart samt verbesserter Technik nimmt, wo doch diverse Spenden an und für Wikileaks von den meisten Banken inzwischen nicht mehr weiter geleitet werden.
Wir dürfen also gespannt sein, wie die Geschichte um Wikileaks in Zukunft weiter gehen wird. Ich persönlich rechne mit nichts wirklich weltbewegendem. Eher drängt sich mir der Eindruck auf, das eine solche Plattform – egal wie sie heißt und wer sie betreibt – auf dieser Welt überhaupt nicht möglich ist. Korrupte Menschen gibt es überall und wenn auch nur einer davon für Wikileaks arbeitet, bringt das sicherste System nichts und etwaige “Enthüller” werden ans Messer geliefert. Da wird sich schon so manch einer überlegen, ob er die Sache nicht lieber für sich behält.

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