Mal ganz nüchtern und mit etwas Abstand betrachtet könnte man zwar auch gut und gerne der Meinung sein, das es für viele Unternehmen generell nicht einfach ist, diversen Anforderungen, vorwiegend deutscher Datenschützer in vollem Umfang gerecht zu werden, doch Facebook ist in dieser Hinsicht ein ganz spezieller Fall. Dort ist man nämlich wie immer fest davon überzeugt alles richtig und vor allem im Einklang mit hiesigen Datenschutz-Regelungen zu machen. Verantwortliche Datenschützer in Deutschland sehen das natürlich völlig anders. Diese prüfen nun sogar rechtliche Schritte gegen das soziale Netzwerk.
Um genau zu sein geht es dabei um die in der Vergangenheit bereits oft kritisierte automatische Gesichtererkennung auf Fotos innerhalb des sozialen Netzwerks. Durch diese werden auf die Plattform hoch geladene Bilder mit den Namen der abgebildeten Personen aus den eigenen Kontakten verknüpfen. Kurz: Einmal markierte Facebook-Kontakte werden in späteren Bildern automatisch erkannt. Wer etwas dagegen hat und das Ganze unterbinden will, muss die Funktion in den Privatsphäre-Einstellungen explizit abwählen. Von vorn herein ist sie nämlich aktiviert.
Hätte man von Facebook eigentlich auch nichts anderes erwartet, stören sich die Kritiker vor allem an der Tatsache, das die dahinter steckende Software so genannte biometrische Daten erfasst und speichert, ohne den Nutzer auch nur im Ansatz über dessen Verwendung aufzuklären, geschweige denn ihm eine Widerspruchsmöglichkeit einzuräumen. Wer die allgemeinen Nutzungsbedingungen akzeptiert (ansonsten kann man Facebook nicht verwenden), stimmt praktisch auch der automatischen Gesichtserkennung zu.
Ein Umstand den man hierzulande natürlich nicht auf sich beruhen lassen kann und nun droht “mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen“.
Das ist aber zugleich auch mal wieder der entscheidende Punkt – man droht! Gerade was die Praxis der ständigen, quasi lebenslangen Speicherung – nicht nur biometrischer Daten – auf Facebook angeht, weht dem Unternehmen spätestens im kommenden Jahr der Wind allerdings mitten ins Gesicht. Ein EU-weites Anti-Facebook-Gesetz – wie es Chip online formuliert – soll kommen und genau dieses verbieten. Mal schauen was das noch wird.

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