Am 1. November 2010 wurde der “neue” elektronische Personalausweis zum ersten mal offiziell ausgegeben und löste die alt-gediente, analoge Version ab. Bereits Monate vorher wurde er eifrig umworben und immer wieder als die “digitale Zukunft” angepriesen. Nun ist ein Jahr vergangen und trotz teilweise recht massiver Skepsis der Bürger, hätten ihn heute bereits rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland.

Ob man darauf nun aber wirklich stolz sein kann, wage ich mal zu bezweifeln. Bereits vergangenen Freitag gab’ die zuständige Bundesdruckerei, diversen Berichten zufolge – wohl in Anbetracht des verlängerten Wochenendes – diese und folgende Details bekannt.

  • Die reine Produktionszeit beträgt durchschnittlich etwa sechs Arbeitstage
  • Etwa 50.000 Ausweise können täglich gefertigt werden
  • Die Gesamtbearbeitungszeit (inkl. Beantragung und Ausgabe) liege bei drei bis vier Wochen

Trotz der zahlreichen Querelen um das “Wunderkärtchen” in der Vergangenheit würden sich dem Bitkom zufolge stolze 35 Prozent der Besitzer “sehr zufrieden” damit zeigen. Auch stünden ihm 45 Prozent der Bundesbürger grundsätzlich positiv gegenüber. Dennoch seien fast genauso viele Menschen (44 Prozent) nicht von den vermeintlichen Vorteilen zu überzeugen. Sie lehnen ihn nach wie vor strikt ab – auch wegen diverser Sicherheitsbedenken wohl gemerkt.

Ich selbst habe auch noch den “alten” und vermisse nichts, so mal von der umworbenen, digitalen Zukunft wohl kaum die Rede sein kann.

Erst rund 20 Unternehmen und Institutionen haben die Online-Ausweisfunktion in ihre Internetangebote eingebunden, darunter Versicherungen, das Kraftfahrt-Bundesamt, die Deutsche Rentenversicherung und Kommunen.

Des weiteren ist es trotz der Ankündigung für diesen Sommer immer noch nicht möglich die für die Online-Funktion benötigte Ausweis-App auf allen Computer-Systemen einzusetzen.

Eine Version für das Betriebssystem Mac OS wird voraussichtlich Ende des Jahres bereitgestellt.

Heißt es im letzten Satz auf der Download-Website zur App. Na dann schaun wir doch mal gelle? Ist ja nicht mehr lange hin und der 30. Dezember ist ja auch noch “Ende des Jahres”.

Ulrich Hamann, Chef der Bundesdruckerei sieht die Hauptaufgabe der Verantwortlichen jedenfalls schon mal darin, “Wirtschaft und Verwaltung das Potenzial zu verdeutlichen.” Alles klar? Icon Wink in Der ePerso hat Geburtstag - Erfolg sieht anders aus!

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