Wie bereits am letzten Wochenende vermutet, hilft uns Google Plus – die von vielen sehnlichst erwünschte Facebook-Alternative – über das Sommerloch in Deutschland hinweg. Denn nach einem anfänglichen Sturm der Begeisterung, werden mittlerweile immer mehr kritische Stimmen enttäuschter, ja sogar wütender Nutzer laut. Dabei geht es weniger um die Bedienung und Möglichkeiten des Netzwerks, als viel mehr die für viele doch Gewöhnungbedürftigen Community Richtlinien, welche dem Nutzer die Verwendung seines Klarnamen, anstelle eines Pseudonyms nahe legen. Andersfalls wird der Account eben einfach gesperrt.
Die Diskussion über Sinn und Unsinn des Ganzen, das Recht weitgehend anonym im Netz aggieren zu dürfen und letztlich das widersprüchliche Verhalten des Internet-Riesen, der vor noch garnicht all zu langer Zeit selbst davon sprach, dass jeder das Recht auf die Verwendung von Pseudonymen im Netz haben muss, wird im Grunde schon seit den ersten Gehversuchen des Netzwerks geführt.
Nutzer, die sich nicht an die besagten Community-Richtlinien halten, werden aus selbiger verbannt. Unter Verweis auf die Bestrebungen Spam und gefälschte Profile auszuschließen oder zumindest zu minimieren, heißt es darin:
Verwenden Sie den Namen, mit dem Sie normalerweise Freunde, Familie und Kollegen angesprochen werden.
Was ich persönlich für garkeine so schlechte Idee halte (wenn sich denn alle dran halten würden und die Welt nicht so schlecht wäre, wie sie ist), ist für diverse Blogbetreiber und gewerbliche Nutzer scheinbar eine Zumutung. Letzten Freitag wies der von mir, aufgrund seiner stets lesenswerten Beiträge, hochgeschätzte Blogger Enno Park darauf hin, das auch sein Profil gesperrt worden wäre, nach dem er dieses unter dem Namen eines darin verwendeten, im Netz allerdings inzwischen bekannten, Pseudonyms führte.
Auch wenn es schon vorher einzelne Beschwerden über dieses Vorgehen des Internet-Riesen gab, glaube ich doch, das der Stein dadurch erst so richtig ins Rollen kam. Selbst Spiegel Online ließ sich von der Geschichte inspirieren und veröffentlichte prompt die Meldung: Google+ schmeißt Nutzer wegen Pseudonym raus Das war am Freitag, doch nach wie vor machen Meldungen bezüglich der vermeintlichen Dikatatur, hinsichtlich der Wahl des Nutzernamens im Netz die Runde.
Nun, warum erzähle ich das Ganze? Dürfte es jeder Interessierte schließlich schon hundertfach im Internet gelesen haben, doch irgendwie frage ich mich, ob die Leute Google nicht verstehen wollen, oder einfach nicht können.
Ok, das man im Zusammenhang mit der Sperrung einiger Google+ Profile gleich den Zugang zu sämtlichen Google-Diensten sperrt, ist auch für mich nur schwer nachzuvollziehen. Das es inzwischen – ich sag mal – “Firmenprofile”, also solche mit Namen des Blogs oder einer Unternehmung, anstelle eines Klarnamens gibt und man so schnell auf die Idee kommt, das einige gleicher sind als andere, ist für mich auch völlig verständlich, doch sollte man sich, davon mal abgesehen, vielleicht nicht an jedem Wort, in den Richtlinien hochziehen!
Ich meine es heißt, man solle einen Namen verwenden, mit dem man “normalerweise von Freunden, Familie und Kollegen angesprochen” wird. Gut jetzt werden sicherlich die ersten Einwände kommen und sagen: “Ja, aber ich denke das Pseudonym war im Netz bekannt?”
Ich bin kein Rechtsverdreher, schreibe weder AGB’s noch diverse Richtlinien, aber wie schwer kann es sein, sich vorzustellen, das Google einfach “nur” echte, menschliche Nutzer in seinem Netzwerk haben möchte. Somal es sich derzeit noch um die Testphase des Ganzen handelt. Ob Herr Jens Jensen nun nun wirklich so heißt, weil es in seinem Profil steht, kann eh kein Mensch kontrollieren. Letztlich geht es darum von anderen Menschen gefunden werden zu können. Sich halt ein “soziales Netzwerk” aufbauen zu können. Über die möglichen Folgen bei der Angabe zahlreicher, privater Daten brauchen wir dabei nicht zu diskutieren.
Die Möglichkeit auch Firmen- und damit sicher auch Pseudonym-Profile anlegen zu können, wird kommen. Vielleicht sogar schon im Laufe der kommenden Woche. Solange sollte es nun wirklich kein Beinbruch sein auf Werbung, bezüglich seines eigenen Blog, seiner eigenen Website, oder was auch immer zu verzichten. Einen Grund Google+ deswegen den Rücken zu kehren, kann ich deswegen jedenfalls nicht ausmachen. Nochmal: Google+ befindet sich in der Testphase. Anstatt zu meckern, das noch nicht gestattete “Firmenprofile” oder eben solche unter Pseudonymen gesperrt werden, sollte man sich freuen überhaupt von Anfang an dabei sein zu dürfen.

Allerbesten Dank für die freundlichen Worte!
Google+ dient wohl vorwiegend der Unterhaltung, gerade jetzt in der Beta. Andere Google-Dienste werden durchaus für ernsthaftere Zwecke benutzt. Wenn jetzt also, weil man sich zum Austesten einer Beta angemeldet hat, plötzlich wichtigere Google-Dienste gesperrt werden, soll man das nicht so eng sehen?
Ich habe meinen Google+-Account, vorerst, wieder gelöscht, bis es neue Informationen darüber gibt.
Hallo Markus,
da hast du etwas in den falschen Hals bekommen, oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Das es, bei einer Sperrung des Google+ Accounts, auch nicht mehr möglich ist alle anderen Google-Dienste zu nutzen ist natürlich mehr als ärgerlich!
Es geht um die Sache, dass in den Communitiy-Richtlinien geschrieben steht, man möchte doch einen Namen verwenden, unter dem man im realen Leben bekannt ist.
Ähnlich wie Facebook, Twitter und Co. liegt aber auch der Nutzen des Netzwerks, zur Bekanntmachung der eigenen Website, Blog o.ä. nahe und das möchte Google scheinbar noch nicht.
Eigentlich gibt es von der Seite also kaum Kritikpunkte. Lediglich die Genauigkeit der Richtlinien könnte man in Frage stellen. Also was ist hiermit und damit und wenn ich einen Namen (Pserdonym) verwende, unter dem ich auch im realen Leben bekannt bin usw.
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