Ende September berichtete Netzgezwitscher bereits von einem Ego-ShooterW namens 1378(km), mit dem der Entwickler Jens Stobe – Student an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe - zum nachdenken über die jüngste deutsche Geschichte anregen wollte und den Spieler in das Jahr 1976, als es noch die innerdeutsche Grenze zwischen der BRD und der damaligen DDR gab, versetzt. Anders wie bei Ego-Shootern üblich, betonte er zwar stets, das es dabei nicht um das reine “ballern”, als vielmehr die Konfrontation mit der Entscheidung “Schießen” oder “Nicht-Schießen” geht, doch die massive Kritik von Angehörigen-Verbänden und nicht zuletzt den Medien verhinderten seiner Zeit dass das Spiel auf den Markt kommt.
Ursprünglich sollte es nämlich bereits am diesjährigen Tag der deutschen Einheit erscheinen. Was auch in meinen Augen ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt gewesen wäre. Als Konsequenz der besagten Kritik, verschob man die Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit. (irgendwann im Dezember)
Inzwischen ist es offiziell, dass das Spiel kommenden Freitag (10. Dezember), im Rahmen einer öffentlichen Diskussion, vorgestellt werden soll. So steht es in der Ankündigung, auf der Website des Spiels, wo selbiges am besagten Tag ab 23 Uhr zum download bereit stehen soll. Neben dem Autor des Spiels nehmen auch dessen Professoren an der Präsentation teil und wollen sich im Anschluss, in einer Podiumsdiskussion, den Fragen der Gäste stellen und die Diskussion um das Spiel versachlichen. Man darf also gespannt sein ob und was die Medien über das Spiel zu berichten. Ich persönlich finde es nach wie vor nicht wirklich schön, auch wenn ich es noch nicht in Aktion gesehen habe. Aber das muss ja auch kein Maßstab sein.
Kann man das Spiel eigentlich als “Killerspiel” bezeichnen? Trotz allen vermeintlich positiven Grundgedanken in Bezug auf die Vermittlung deutscher Geschichte!? Ich denke schon. Schließlich dürfte wohl schon die Möglichkeit darin töten zu können, für dieses Prädikat ausreichen. So ergibt sich vielleicht noch die Frage, ab welchem Alter das Spiel zugänglich gemacht werden darf und ob es mit einer Altersbeschränkung belegt werden muss. Dies könnte das Spiel aber für viele sogar noch attraktiver machen, wie Wissenschaftler kürzlich herausfanden.
Wie auch immer, hoffe ich dass das Spiel wirklich zur Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte führen wird und nicht zuletzt diversen Politikern die Augen öffnet. Dieser Artikel der Zeit, zeigt nämlich (am Beispiel Einkommen) gut wie weit die alten und neuen Bundesländer noch auseinander liegen.

Gute Hinweise! Ich werde mich damit in Zukunft mehr auseinandersetzen! Warte auf die naechsten Beitraege!