In Deutschland spricht man seit Monaten über Google und seine Kartendienst-Erweiterung Street View. Sie würde die Privatsphäre der Menschen verletzen und sei sowieso total überflüssig heißt es oft. Hundertausende nutzten die Möglichkeit der Abbildung ihrer Häuser zu widersprechen und Google hat alle Hände voll damit zu tun selbigen – vorallem anstandslos – zu entsprechen. Dabei hat der Internet-Riese ganz andere Sorgen, als sich um die Abbildung von Häusern o.ä. im Internet zu kümmern.
So hatte sich bspw. kürzlich ein Offizier aus dem, laut Wikipedia, knapp 6 Millionen Einwohner zählenden NicaraguaW in Zentral-Amerika auf Google Maps verlassen, manövrierte seine Truppen, aufgrund ungenau verzeichneter Grenzverläufe, in Hoheitsgebiet des Nachbarstaates Costa RicaW und löste damit fast einen Krieg zwischen beiden Ländern aus. Selbst die Präsidentin Costa Ricas schaltete sich ein und rief derweil zur Mäßigung auf. Die Bürger sollten trotz der Empörung, die in ihnen aufsteigt, ruhig und gelassen bleiben.
Der besagte Offizier schickte seine Soldaten in die Nähe des Sees “San Juan”, welcher auf Google Maps nichtmal zu erkennen ist und sich genau im Grenzgebiet zwischen Nicaragua und Costa Rica befindet. Dort ließ er ein Camp errichten und die Costa-ricanische Flagge durch die des eigenen Landes ersetzen. Keine Ahnung wo diese herkam. Doch der eigentliche Vorwurf besteht darin, das die Truppen Aufräumarbeiten am Fluss durchgeführt und die Erdmassen auf dem Hoheitsgebiet Costa Ricas abgeladen hätten.
Hätte er den Kartendienst des Konkurrenten Microsoft (Bing Maps) verwendet, wäre dieser Fehler vielleicht zu verhindern gewesen, denn wie der Screenshot zeigt, ist der Grenzverlauf dort etwas deutlicher zu erkennen und in Google Maps wohl verkehrt eingezeichnet. Google selbst tappt diesbezüglich, derzeit noch im Dunkeln. Nach eigenen Angaben habe das Unternehmen erst im Laufe dieses Jahres die Grenzverläufe in mehr als 60 Ländern und Regionen verbessert.
Fraglich bleibt sowieso, warum das Militär nicht seine eigenen, offiziellen Karten verwendet, in der – nebenbei bemerkt – die Grenze richtig eingezeichnet sein soll.

[...] Google Maps stand in der Vergangenheit immer mal wieder in der Kritik, wegen vermeintlich falschem Kartenmaterial rund um den Globus. Im letzten Jahr hätte eine fehlerhafte Grenzführung bspw. fast einen Krieg zwischen Nicaragua und Costa Rica ausgelöst. [...]