Im Mai dieses Jahres endete die Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur. Insgesamt brachten die von den vier größten Mobilfunkanbietern Deutschlands (Vodafone, Deutsche Telekom, O2 und E-Plus) ersteigerten Frequenzen mit etwa 4,4 Milliarden Euro zwar deutlich weniger ein, als von Experten im Vorfeld vermutet, doch waren die Aussichten gut und die Versprechungen groß, so ziemlich jedem Haushalt, in absehbarer Zeit, einen Breitband-Internet-Anschluss zur Verfügung stellen zu können. Um die Sache zu beschleunigen haben, einem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge, inzwischen Gespräche der besagten, großen Mobilfunkkonzerne für eine zukünftige Zusammenarbeit stattgefunden.

Seiner Zeit wurde viel über die so genannte “Digitale Dividende” – bei der es sich um freigewordene Frequenzen (800 MHz) aus der Umstellung des Runfunks auf Digitaltechnik handelt – diskutiert, die unter den Mobilfunktanbietern aufgrund ihrer höheren Reichweite, die eine Mobilfunkversorgung auch und vorallem in ländlichen und bis Dato unterversorgten Gebieten, bei vergleichsweise günstigen Investitionen möglich machen sollte, sehr beliebt war. Für insgesamt 3,5 Milliarden Euro wechselten diese ihren Besitzer, wobei E-Plus leer ausging und sich scheinbar auf die übrigen Frequenzen konzentrierte.

Vielleicht war der Grund aber auch ein anderer, denn die Vergabe dieser Frequenzen, war mit der Auflage der Bundesnetzagentur verbunden, diese vorangig für den Aus- bzw. Aufbau von schnellem Internet in besagten Gebiete zu nutzen.

Erste Fortschritte sind bereits zu erkennen. So nahm die Deutsche Telekom, Ende August den rund zwei Monate im voraus angekündigten, ersten LTE-Sendemast Deutschlands im brandenburgischen Kyritz in Betrieb und auch Vodafone, sowie der Mobilfunk-Konzern Telefónica O2 kündigten noch für dieses Jahr einen entsprechenden Ausbau ihrer Netze an.

Um nun den Forschritt weiter voran zu treiben und getreu dem Motto: “Nur gemeinsam sind wir stark” soll es, dem Bericht der Financial Times Deutschland zufolge nun zur Kooperation, zwischen den besagten Mobilfunk-Konzernen kommen. Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme bestätigte dies mit den Worten:

“Es wird möglicherweise zu Kooperationen kommen. Es haben bereits einige Gespräche stattgefunden.”

Friede, Freude, Eierkuchen also wie es scheint. Dem Endverbraucher kann es erst einmal egal sein. Die Bundesnetzagentur und das Kartellamt haben jedenfalls keine Bedenken, bspw. in Sachen Wettbewerb, zu diesem Vorhaben geäußert.

Ein Ausbau des Mobilfunknetzes mit dem UMTSW-Nachfolger LTE (Long Term EvolutionW) und dem daraus u.a. resultierenden drastischen Anstieg der Verbindungsgeschwindigkeit kommt wohl gerade der Telekom sehr gelegen, ließen sich auf diese Weise doch komplexere Dienste wie komplexe Internetvideospiele, Videofilme diverser Online-Platformen und nicht zuletzt Internetfernsehen (IPTVW) auf dem Handy anbieten, wofür man die Kunden freilich auch extra zur Kasse bitten könnte. Was uns unweigerlich wieder zum Thema Netzneutralität bringt, aber darum geht es diesmal nicht und so erspare ich euch meine Gedanken zu diesem Thema. Icon Wink in Telekom, Vodafone und O2 planen Zusammenarbeit beim LTE-Netzausbau

Das derzeit diskutierte gemeinsame Modell zur Zusammenarbeit beim Netzausbau sieht vor, dass die Konzerne, zwar wie bisher, selbst die Regionen benennen können, in welchen sie das schnelle LTE künftig anbieten wollen. Doch die restlichen, bis Dato unterversorgten und aus Sicht der Konzerne wohl unpopulären Gebite, teilen die Bundesnetzagentur und das Kartellamt den beteiligten Konzernen direkt zu, bis eben alle weißen Flecken verschwunden bzw. Breitband Internet-Anschlüsse flächendeckend in Deutschland verfügbar sind.
Konkrete Vereinbarungen über eine Zusammenarbeit könnten van Damme zufolge noch vor Jahresende zustande kommen.

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