Seitdem der Online-Händler Amazon, seit Juli dieses Jahres auch die Möglichkeit bietet, Lebensmittel über seinen Shop bestellen zu können, wird das Thema Lebensmittel-Handel im Internet auch in Deutschland viel diskutiert. Was in den USA bereits gängige Praxis ist, steckt hierzulande jedoch noch in den Kinderschuhen. So musste sich Amazon, seit dem Einstieg in den Lebensmittel-Handel viel Kritik gefallen lassen. Nach Meinung vieler enttäuschter Kunden wäre das Angebot zu teuer, verhältnismäßig umständlich und nur wenig transparent, in Bezug auf die beim Kauf entstehenden Kosten. Kein Wunder immerhin kommen nur ca. zehn Prozent des Angebots von Amazon Deutschland, der Rest wird von den ca. 60 externen Partnern geliefert. Ab dem nächsten Jahr will nun auch der deutsche Handelskonzern REWE in den Online Lebensmittel-Handel einsteigen und zeigen wie man es besser macht.

Die Rewe Group gilt als der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland hinter Edeka. Ab Winter kommenden Jahres will man nun anfangen in zwei, drei großen deutschen Städten, zwei unterschiedliche Verkaufskonzepte zu testen.

Dabei denke man zunächst an eine Art “Drive-in-Supermarkt”, den man in etwa mit dem “DriveIn-Schalter” der Fastfoodkette McDonalds vergleichen könnte. Kunden könnten ihre Waren online bestellen und sie sich zu einer vereinbarten Uhrzeit, in der nächst gelegenen Filiale abholen.

Eine andere und noch komfortablere Möglichkeit soll sein sich die Ware direkt an die Haustür liefern lassen zu können.

„Egal, ob unsere Kunden Getränke, Obst, Tiefkühlkost oder Käse bestellen, wir werden liefern”

kündigte Rewe-Chef Alain Caparros an. Er sieht diesen Schritt als eine Art Versicherung für die Zukunft.

“Wir können es uns nicht leisten, wichtige Trends zu verschlafen”

so Caparros weiter. Ob und wann die besagten Konzepte auch in anderen europäischen Ländern getestet werden sollen, ließ man derweil offen.

Klingt nach einem mächtigen Schub für den Online-Lebensmittel-Handel. Die Sache mit den überhöhten Versandkosten dürfte sich damit jedenfalls erledigt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Produkte bspw. beim selbst abholen teurer angeboten werden, als wie sie in Laden erhältlich sind. Sicher wird es einen Aufschlag geben, dennoch sollte der Endpreis wohl bei weitem unter dem liegen was Amazon noch(!) für seine Lebensmittel verlangt. Dazu wäre wohl auch das Problem mit frischen Lebensmitteln hinfällig und die Lieferzeiten sollten sich wohl auch nur um wenige Stunden drehen, sofern ein Rewe-Markt in Wohnortnähe vorhanden ist. Warten wir ab wie sich das Ganze entwickelt. Die Vorstellung ist jedenfalls schonmal vielversprechend, finde ich.

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2 Kommentare

  1. Martin sagt:

    Ich bin sehr auf die Reaktion der Verbraucher bezüglich dieses Angebots gespannt! Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich als eher klassisch orientierter Mensch wohl auch weiterhin meine Einkäufe selbst tätigen möchte. Es kann schnonmal richtig schön sein, einfach durch den Supermarkt zu schlendern. Wenn man hingegen beispielsweise Getränke kaufen muss und Rückenprobleme hat, ist ein Lieferservice natürlich genial!

    • Typeerati sagt:

      und genau das finde ich an der ganzen Sache so gut. Zwar kann man bemängeln, wie du schon sagst, dass das schlendern und zwangsläufig auch daraus resultierende Kontakt zu anderen Menschen (Verkauspersonal u.ä.) verloren geht, aber ich sehe in erster Linie eigentlich nur die Vorteile für Menschen, die in dieser Hinsicht beeinträchtigt sind. Unter gewissen Umständen kann es sehr nützlich sein, seinen Einkauf geliefert zu bekommen.

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